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Ladenburgs Freibad-Förderverein: Freiwillige trotzten den Regengüssen

veröffentlicht um 23.03.2017, 23:34 von Dirk Ziegelmeier   [ aktualisiert: 23.03.2017, 23:34 ]
Für die Eröffnung der Helfersaison des Freibad-Fördervereins Ladenburg (FFL) hätten sich die Mitglieder die Sonnenstunden gewünscht, die der neue Bürgermeister Stefan Schmutz zuvor mit seiner Frau auf Mallorca genießen durfte. Nach seinem Urlaub besuchte Schmutz am Samstag den ersten Aktionstag der Freibadförderer, die bei strömendem Regen den maroden Spielfisch des Spielplatzes abbauten.

In der städtischen Einrichtung wird es zukünftig einen "Dorfplatz" geben, auf dem die Kinder herumtoben können. Die Erneuerung der Spielgeräte war überfällig, denn es wurden nach einer Spielplatzkontrolle Sicherheitsbedenken angemeldet. Und da die Stadtkasse leer ist, sagte FFL-Vorsitzende Carola Sturm die Erneuerung des Spielplatzes zu. Rund 11.000 Euro wird der FFL in das Projekt investieren, das zur Schwimmbaderöffnung im Mai abgeschlossen sein soll.

Dieses Vorhaben des Fördervereins, der der Stadt durch seine Aktionen schon einige Hunderttausend Euro gespart hat, freute auch den Noch-Amtsinhaber: Bürgermeister Rainer Ziegler schaute noch einmal im Freibad vorbei, um sich für den ehrenamtlichen Einsatz der FFL-Mitglieder zu bedanken.

Diese Geste freute die Vorsitzende und ihren Stellvertreter Walter Dehnel auch deshalb, weil Ziegler den Helfern das Frühstück spendierte. "Das ist das Mindeste, was die Stadt heute tun kann", sagte Ziegler, der trotz seines aufgespannten Regenschirms bald durchnässt war. Unterstützt wurde der Arbeitseinsatz von Mitgliedern des DLRG-Ortsvereins, mit denen der FFL schon seit vielen Jahren zusammenarbeitet. "Wir sind ein gutes Team und unterstützen uns gegenseitig", so der stellvertretende DLRG-Ortsvereinsvorsitzende Jochen Quintel.

Bürgermeister Ziegler, der Ende des Monats sein Amt abgeben wird, dankte dem FFL für die jahrelange konstruktive Zusammenarbeit. "Was dieser Förderverein geleistet hat, das ist großartig", sagte er und erinnerte an die großen FFL-Projekte wie die "knochenharte" Entfernung der Betonplatten an der Beckenumrandung. Auch die Sanierung des Sanitärbereichs beim Kiosk war das Werk der Freibadförderer. Zudem entlasteten die jährlichen Grünschnittaktionen die Haushaltskasse der Stadt.

Das "Königsprojekt" des FFL mit seinen 350 Mitgliedern war die Anschaffung einer Familienrutsche. Mit der Einweihung wurde das Freibad für Kinder und Jugendliche interessanter, sodass die Besucherzahlen stiegen. In einer guten Saison besuchen rund 150.000 Gäste die Einrichtung. Diese Zahl sei allen ein Grund, das Freibad weiterhin zu stärken, so Ziegler.

Auch sein Nachfolger Stefan Schmutz war von der Leistung des Fördervereins angetan. Er sicherte dem FFL bei seinem Antrittsbesuch im Freibad seine Unterstützung zu. Schmutz war sichtlich beeindruckt, als er mit den Vorstandsmitgliedern die "Aktionsbereiche" des FFL besichtigte. "Für mich verdienen Leistungen, die in der Vergangenheit erbracht wurden, hohe Anerkennung. Wichtig sind mir aber auch die Visionen, die ein Verein für die Zukunft hat", sagte Schmutz. Zu diesen gehört zum Beispiel, den Stellplatz für Fahrräder auszubauen.

Sturm und Dehnel bereiteten den neuen Bürgermeister unterdessen schon mal auf den Sprung ins kalte Nass vor: "Es ist gute Tradition, dass der Bürgermeister zur Freibaderöffnung ins Wasser springt." Schmutz sagte spontan zu. Er wird das Freibad gelegentlich für Trainingszwecke nutzen: LSV-Triathlonchef Günther Bläß hat dem neuen Verwaltungschef bereits einen Startplatz für den Fitness-Triathlon reserviert. Der Radrennfahrer und Halbmarathonläufer räumte ein, dass noch einige Schwimmeinheiten nötig sind, damit er eine gute Gesamtzeit erreicht.

Auch der zukünftige Altbürgermeister Rainer Ziegler wird dem Freibad die Treue halten: Er wird sich eine Saisonkarte kaufen und die Helfereinsätze des FFL aktiv unterstützen. Und noch ein Ziel hat der zukünftige Pensionär, der seit 16 Jahren FFL-Mitglied ist: Enkel Dominik soll möglichst rasch schwimmen lernen. Dafür sei das Freibad in Ladenburg bestens geeignet, sagte Ziegler, der sich danach ins Rathaus verabschiedete, um seine letzte Gemeinderatssitzung vorzubereiten.

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung