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Helfer triefnass nach Einsatz im Regen

veröffentlicht um 20.03.2017, 00:13 von Dirk Ziegelmeier   [ aktualisiert: 20.03.2017, 00:19 ]
Samstagvormittag im Freibad: Es regnet. Dennoch ist eine Handvoll Freiwilliger zur ersten diesjährigen Putzaktion des Freibad-Fördervereins Ladenburg (FFL) gekommen. Eigentlich ist es eher ein Abbruchkommando: Gilt es doch, den brüchig gewordenen Kletterfisch "Bertha" samt Fundamenten abzureißen. Für Ersatz mit Rutsche im Wert von 11 000 Euro hat der FFL auch schon gesorgt. Teil zwei des Einsatzes: am kommenden Samstag. Bis zur Eröffnung soll alles picobello sein.

Anschwimmen ist Chefsache

"Wann geht's denn los?" Der designierte Bürgermeister Stefan Schmutz erkundigt sich nach dem Saisonstart, als er sich bei den FFL-Vorsitzenden Carola Schumann und Walter Dehnel über die jüngste Aktion informiert. Die schmunzelnd vorgetragene Antwort: "Meistens Anfang bis Mitte Mai, aber das entscheidet der Bürgermeister."

Und noch etwas nimmt Schmutz, der am 3. April vereidigt wird, als Neuling in diesem Amt gerne mit: "Das Anschwimmen übernimmt traditionell der Bürgermeister", erklärt ihm Jochen Quintel von den örtlichen DLRG-Rettungsschwimmern. Schmutz freut sich darauf, auch wenn "Schwimmen meine Schwachstelle" ist. Gerade die gelte es jedoch zu trainieren, wenn man am Fitness-Triathlon teilnehmen wolle, wie er es vorhabe.

Bei jenem Dreikampf-Festival mit den Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen hat Sven Drescher aus Dossenheim das Römerstadt-Freibad schätzen gelernt. Inzwischen ist der 36-jährige Vater eines kleinen Sohnes FFL-Mitglied und packt beim jüngsten Einsatz gerne mit an. "Die Stadt kann das nicht alleine tragen: Ehrenamtliche Hilfe ist unerlässlich", findet Drescher. "Großen Respekt", zollt der scheidende Bürgermeister Rainer Ziegler bei seinem Besuch allen, die "unserem Freibad Verbesserung bringen" und stellt fest: "Ohne FFL wäre unser hohes Defizit noch größer."

So habe der FFL, von solchen Pflegeaktionen abgesehen, seit seiner Gründung 2002 schon beträchtliche Investitionen getätigt. Die 2013 für über 70 000 Euro angeschaffte Familienrutsche gelte als Besuchermagnet. Dennoch sei ein solches Bad, das an guten Tagen 150 000 Gäste anlocke, allein durch den Eintrittspreis, der erschwinglich bleiben müsse, nicht kostendeckend zu betreiben."Die große Wohlfahrtswirkung der wohl bedeutendsten Freizeiteinrichtung wird ein Zuschussgeschäft bleiben", sagt FFL-Mitglied Ziegler. Als Ruheständler möchte er eine Dauerkarte kaufen und möglichst bald mit seinem älteren Enkelkind aus dem Wohnort Dossenheim "rüber radeln".

"Mir ist wichtig, dass das Schwimmbad in ordentlichem Zustand ist", sagt ein bis auf die Haut durchnässter DLRG-Mann Quintel. Seine Kollegen seien bei einer Schulung, wollten aber am kommenden Samstag ebenso vertreten sein wie die Jugendfeuerwehr.

"Es lief besser als gedacht, die Helfer waren super", lobt FFL-"Bauchef" Dehnel auch Dirk Ziegelmeier, Jeffrey Haigh und Gerhard Rühle. "Begeistert, dass selbst bei widrigen Umständen tüchtige Leute mitanpacken", zeigt sich FFL-Chefin Sturm.

Erfreulich sei außerdem, dass unter den rund 300 Mitgliedern jüngere Kräfte für die "Ehrenamtsruheständler" Werner Edelmann und Albert Gelle nachwüchsen. Weitere Helfer seien gefragt, wenn am kommenden Samstag Grünpflegearbeiten anstünden. Dann spendieren die Stadt und die Bäckerei Knapp auch erneut einen Imbiss.